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Ich kam bereits mit dem Pferdevirus belastet
und damit überaus stark infiziert zur Welt
. Als Kleinkind schon
faszinierten mich Pferde sehr und ich liebte es die großen , mächtigen
Tiere zu beobachten und zu streicheln . Dann kam der Wunsch Reiten zu
lernen wovon meine Eltern nicht begeistert waren und mich überall
hinsteckten um mich von meinem großen Wunsch erst einmal abzubringen .
Meine ersten abenteuerlichen und traumhafte Ritte begannen auf
Opas hölzernem Sattelbock im Keller wo es so herrlich nach Leder duftete .
Stundenlang habe ich dort im Sattel gesessen und manches Abenteuer
erlebt . Opa erzählte mir dass er ein Stutfohlen kaufen wollte was ich
allerdings für einen Witz hielt . Eines Tages jedoch stand
tatsächlich die kleine Trakehnerstute Gina im Stall und ich konnte das
große Glück kaum fassen , war wie versteinert vor Aufregung und
Freunde über das hübsche goldfarbene Fohlen mit den weißen Beinen .
Es begann eine herrliche Zeit und eine große Freundschaft . Bald lernte
ich in einem Reitverein endlich reiten und wusste auch bald wie weh es
auch tun konnte auf dem Boden der Tatsachen zu landen . Es war noch ein
langer Weg bis ich Gina alleine reiten durfte . Bis dahin war es eine
tolle Zeit die wir mit Putzen , Streicheln und gemeinsamen Wettrennen
verbrachten. Das werde ich nie vergessen , das stundenlange Sitzen auf den Koppelstangen , das
glänzende Rotgoldenen Fell in der Sonne und Ihre Mähne die vom Wind
zerzaust wurde .Wir erlebten viele schöne und heimliche Ausritte . Gina
trug mich gefahrlos überallhin mit und ohne Sattel . Jahre später
wurde Gina ohne mein Wissen
verkauft , nachdem sie noch zwei wundervolle Hengstfohlen geboren hatte
, die auch verkauft worden sind. Ich werde meine Stute Gina , unsere
tolle Freundschaft und wundervollen Ausritte nie vergessen und die
Erinnerungen in meinem Herzen immer wieder aufleben lassen . Vor zwei
Wochen war ich mit meiner jetzigen Stute an dem Platz
angekommen , wo ich mit Gina meinen letzten
Ausritt hatte ohne mich von ihr verabschieden zu können. . Es war
ein unbeschreibliches Gefühl , das mich dazu brachte hier und heute
diesen Bericht zu veröffentlichen .
Nach dem schmerzlichen Verlust meiner über
alles geliebten Gina , hatte ich noch zahlreiche Pferde kennengerlernt, vieles dazugelernt und viele Stürze hinter mich gebracht . Da war
z.B. das Rennpferd Aledrea das ich zum Ausgleich zur Bahn reiten durfte
, mich aber in dem Rennstall nie so richtig wohlgefühlt hatte . Dann
war da noch Prinz , ein kleiner Araberwallach der aus dem Zirkus kam und
meinte er müsse mich erinnert an eine Clownnummer mal eben zu Boden
werfen , Timo ein Vereinspferd der mich auf dem Abreiteplatz wegen einem
Gerangel mit anderen Pferden abwarf und im Trabe dann den
heimischen Stall aufsuchte und wir danach trotzdem noch den 2. Platz
belegten , der meinem Vater die Schuhsohle abgerissen hatte nachdem er
ihm auf die Füße getreten war . Da war Schalk ein Schimmel vom Verein
, auf dem ich meine aller erste Voltigierstunde hatte und die kleine
Haflingerstute Fanny auf der ich meine erste Reitstunde hatte , wobei
ein starkes Gewitter aufzog , alle Pferde in der Reithalle durchgingen
und ich zum ersten Mal Sand schluckte . Reiterferien standen auch auf
dem Programm , herrlich war das . Herr Hill lernte mich ohne Sattel
bergauf reiten , wovor ich damals Angst hatte . Dann sind wir mit den Pferden
in einem See geschwommen Kopf an Kopf mit den Pferden , traumhaft
einfach ...... Ein Leben ohne Pferde konnte ich mir nicht mehr
vorstellen . All die Pferde werde ich in Erinnerung behalten , eben nie
vergessen ......... die erste Springstunde , usw... ich kann nicht alles
aufzählen ... das wäre zu viel .

Doch kam der große Hammer für mich . Ich
bekam eine sehr starke Pferdeallergie mit Astma und allem was
dazugehört , sodass ich diese große Leidenschaft an den Nagel hängen
musste . Für mich unbegreiflich mit der Frage : " Warum gerade Ich
? " Ich habe die Welt nicht mehr verstanden und mich von allen
reiterlichen Veranstaltungen ferngehalten , weil es einfach zu wehtat
nur zusehen zu müssen .
Dann kam der große Tag an dem ich von den
American Curly Horses erfahren und gelesen habe . Allerdings konnte ich
das Gelesene zuerst einmal nicht glauben , denn es wäre ja zu
schön . Ich informierte mich schnell wo denn bei uns in der Nähe solch
ein Pferd steht . Gefunden...... Raum Stuttgart
.... Termin gemacht ..... mit gemischten Gefühlen losgefahren.... die
Fahrt dahin nahm kein Ende...... Endlich angekommen , fast den Tränen nahe
.... mein Traum könnte platzen ..... nahm ich mit der kleinen Stute die
Western angeritten war erste Streichelkontakte , dann Putzkontakte auf
... Kein Niesen , ... nichts ..... war das zu glauben? Nun ritt ich ne
Stunde wobei es zu Verständigungsproblemen kam , da ich bisher nur die
englische Reitweise gekannt hatte und das Pferd unter mir wohl die Welt
nicht mehr verstanden hat was die doch da oben wohl will ..... SORRY
KLEINE STUTE ....... Dann absatteln , putzen , Nase ins Fell stecken
.... keine Allergie ..... Ich war in dem Moment der glücklichste Mensch
auf diesem Planeten und meine Familie freute sich mit mir . Wir trafen
nun den Entschluss ein Curly Horse zu kaufen . Meine Tochter war auch
happy ein eigenes Pferd zu bekommen . Meine Tochter heißt Anna und
voltigiert . Mein Mann versprach mir einen
Traum von Offenstall zu bauen um unser Pferd auch artgerecht halten zu
können . Ich suchte im Internet nach Züchtern und hatte mein
Traumpferd bald gefunden , natürlich eine goldfarbene Fuchsstute mit
einem Blick der mich sofort fasziniert hatte . Nur auf Fotos gesehen , wusste
ich das das da meine Stute ist , nach ca. 80 Emails unterschrieb ich den
Kaufvertrag bei den Sunnybrook Ställen in Kanada und es entstand
eine tolle Freundschaft . Nach der Quarantänezeit wurde
unsere schon lang ersehnte Stute eingeflogen . Den Augenblick des ersten
Treffens in der Tierstation am Flughafen werde ich nie vergessen .
Nach der tierärztlichen Abschlussuntersuchung und den Papierabfertigungen
verluden wir Cjura dann in den Pferdeanhänger und fuhren langsam heim
wo ein schöner Stall mit großen Paddock auf meine Stute wartete. Cjura
wurde ausgeladen und sogleich legte sie sich erschöpft ins Streu und
wälzte sich genüsslich um danach ihr neues Reich zu erkunden . Einen Monat
später bekam ich eine Email von der Züchterin Deanna , worin sie
ankündigte 6 Curlys nach Deutschland zu fliegen . Bei uns sollte eine
Stute untergebracht werden bis sie verkauft ist . Wir sagten zu und bald
landeten alle 6 Curlys in Luxemburg . Nun wurde uns Misty Whitney
vorgestellt und verladen . Auch Deanna sahen wir das erstemal in
Deutschland . Sie machte zwei Tage Urlaub bei uns bis sie wieder nach
Kanada zurückflog . Als wir mit Whitney spätabends dann zum Stall
kamen , war Cjura nicht gerade begeistert und wir mussten die Pferde
über Nacht erst mal trennen . Cjura im Stall und Whitney im Paddock
. Flutlicht wurde aufgestellt damit sich die kleine einjährige Stute
noch umsehen konnte , Wasser wurde angeschleppt und reichlich Heu
aufgeschüttelt. Am nächsten Morgen als alle noch schliefen ging ich
zum Paddock . Whitney stand vor dem verschlossenen Stall und
witterte Cjura , der es hinter der Tür nicht anders erging . Hinter mit
tauchte dann Bernhard auf und wir entschlossen uns , die beiden Mädels
nun zusammenzuführen . Nach einigen Runden Gezicke im Paddock und
Imponiergehabe war das Eis dann gebrochen und der morgen mit einer
Fellpflege begonnen und die Fronten waren geklärt .Cjura ist die
Leitstute , die Ihre Position noch heute stark verteidigt . Ich
hatte die Stute schon im Internet zum Verkauf eingestellt , als mein
Mann Bernhard mir mitteilte dass er das Fohlen behalten will und sein
Motorrad verkaufen möchte. Nach der Frage ob er das ernst meinte sagte
er ." Ja , ich will das kleine süße Pferdchen behalten ."
Die beiden hatten sich schon vom ersten Augenblick angefreundet .
Bedenken hatte ich genug da wir nicht wussten wie es finanziell ausgeht
. Es war die richtige Entscheidung . Wir sind viel mit den beiden
spazieren gegangen , habe einen Dominanzkurs nach Parelli besucht und
vieles gelesen was an Bodenarbeit anstand . Den Moment des ersten
Aufsitzens wollten wir mit keinem teilen . Es war spannend als ich mich
das erstemal vorsichtig über den ungesattelten Rücken meiner Stute
legte , und dann ganz langsam mein Bein nach oben zog , mich noch nicht
aufgesetzt hatte und abwartend auf Ihrem Hals liegen blieb . Von
Cjura kam die Reaktion, dass sie den Kopf drehte und mir am Bein und an
den Schuhen schnüffelte. Anna , meine Tochter hat Cjura am Strick
festgehalten . Nun richtete ich mich auf und kraulte Cjura am
Widerrist . Nun war natürlich auch Anna an der Reihe , mutig lies
sie sich aufs Pferd heben und war sehr glücklich . Mit Whitney begann
es ebenso nur dass wir vorher Anna auf ihren Rücken gesetzt hatten , da
Whitney noch etwas zierlich war und wir mit unserem Gewicht noch etwas
warten wollten um sie nicht zu überfordern . Mein Mann hat sie das
erstemal dann stolz ins Gelände geritten . Nun folgten viele spannende
Momente bei den Ausritten . Vor ein paar Monaten erfuhren unsere Pferde die erste Grundausbildung im
Westernreiten .... (von der englischen Reitweise habe ich mich getrennt
) bei End of the Trail www.end-of-the-trail.de/
in dem tollen Stall von Andreas Hirsch und seiner
Familie . Die Pferde bekamen hier die Grundvoraussetzungen beigebracht
um gute Westernpferde zu werden , viele Trainingseinheiten stehen
allerdings noch an . Für uns und die Pferde . Aber gemeinsam schaffen
wir das und hoffen auf ein Gutes Weiterkommen in diesem
Jahr. .Wir leben mit unseren Pferden zusammen , und ich
wünsche mir das alle Pferde auf dieser Welt auch mal Pferd sein
dürfen .......

Sunnybrooks Misty
Whitney
SS Miss Klondike Kitty
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